Wie dem Fernsehen der TV verloren geht

     |    Tuesday, der 29. October 2013

In einem Blog der britischen Zeitung The Guardian meditiert die Autorin Emma Brockes darüber, dass das veränderte Verhalten vieler TV-Konsumenten der klassischen Flimmerkiste und damit auch einer gemeinschaftlichen Fernsehkultur den Garaus zu machen droht. Die Autorin bekennt sich dazu, einer Generation anzugehören, die zwar mit vielen verschiedenen Geräten, wie Tablets oder Smartphones umzugehen gelernt hat, für die aber das Fernsehgerät selbverständlich zur Wohnung gehört. Was ist, wenn etwas ähnliches passiert, wie 9/11 oder der Tod von Lady Diana und man verzweifelt nach dem besten Live-Stream suchen muss?! Aus einer bestimmten Perspektive erscheint der Beginn des TV-Zeitalters wie ein goldenes Zeitalter für die Familie: man saß gemeinsam vor dem Gerät und redete darüber, was man gerade sah. Es gab keine große Auswahl an Sendern. Aber die großen Fersehereignisse wie das Wimbledon-Finale oder die Muppet-Show am Sonntag waren gemeinsame Erlebnisse. Heute ist oft genug jedes Familienmitglied mit seinem Gerät online und beschäftigt. Emma Brockes sieht den Tag kommen, an dem auch sie ihren großen TV in die Ecke verbannt und sich schließlich ganz von ihm verabschiedet. Wie das immer mehr Menschen machen würden.

Fest steht: wir erleben gerade eine Zäsur in der medialen Welt, wie es schon einige vorher gab. Es ist jedoch nicht der Weltuntergang!

Der Autor dieser Zeilen hat gerade gestern ein Zeichen gegen den Trend der Zeit gesetzt und auf einem neugekauften Fernsehboard den Flachbildschirm plaziert und so eine Art TV-Altar für die Familie geschaffen. Wenn das Programm langweilig ist, kann man ja immer noch nebenbei  im Laptop nach den neuesten Fussballinfos suchen…

FrankZ