Welcome to the radio show!

     |    Tuesday, der 4. February 2014

Der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Bob Fass! Mit ihm tauchte 1963 ein Radio-DJ in der New Yorker Szene auf, der mit seiner Sendung das Medium revolutionierte. Der nach seiner legendären Show benannte Dokumentarfilm „Radio Unnameable“ ist jetzt auf realeyz.tv zu sehen. In den deutschen Kinos ist der Film „Inside Llewyn Davis“ der Coen- Brothers noch immer ein großer Erfolg. Mit „Radio Unnameable“ kann man einen Blick in jene Zeit werfen, in der Künstler wie Bob Dylan oder  Dave van Ronk den Sound der Stadt zu prägen begannen. Die Mitternachts-Radioshow von Bob Fass war eine einzigartige Mischung aus Musik, Politik, Poesie und Themen seiner Stadt New York. Seine Hörer kamen häufig und ausführlich zu Wort- nicht selten auch mehrere gleichzeitig.

Bob Fass

Sie konnten sich in der Sendung offener als irgendwo sonst zu politische Fragen äußern. In „Radio Unnameable“  konnte der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson und dessen Vietnam- Krieg kritisiert werden. Manche riefen sogar dazu auf, die Einberufungsbescheide für die Army zu verbrennen. Gemeinsam mit den Hörern und Supportern veranstaltete Bob Fass zahlreiche Aktionen und Events, wie jenes legendäre „Sweep-In“ im Jahre 1967, als er während eines Streiks der Müllabfuhr gemeinsam mit seinen Hörern einen Block in der Lower East Side säuberte. Bob Fass war Avantgardist und holte die Avantgarde aus Kunst und Musik zu sich ins Studio: so traten der Dichter Allen Ginsberg und die Schauspielerin Judith Malina vom Living Theatre bei „Radio Unnameable“ auf. Die Show war vor allem auch ein Ort für großartige Musik: das Who is Who der Musikszene wie Townes van Zandt, Joni Mitchell, Frank Zappa oder Bob Dylan war bei Radio Unnameable zu Gast. „Radio Unnameable“ verbindet Ton-und Filmaufnahmen, Fotographien und Videos aus dem riesigen Archiv von Bob Fass mit atemberaubenden Bildern von New York und lässt zugleich eine aufregende Zeit wieder lebendig werden.

Woody Harrelson und John C. Reilly in "Robert Altman's Last Radio Show"

Bei der Berlinale 2006 hatte der letzte vollendete Film von Robert Altman seine gefeierte Welturaufführung und kam als „Robert Altman’s Last Radio Show“ ins Kino, den man auf realeyz.tv entdecken oder wieder sehen kann. Es lohnt sich: angelehnt an die berühmte Radio-Show „A Prairie Home Companion“ wird die letzte Vorstellung eines bunten Ensembles gegeben. Moderiert wird diese von Garrison Keillor, der auch im echten Leben „A Prairie Home Companion“ zelebriert. Robert Altman hat das Treiben auf, vor und hinter Bühne zu einem Reigen aus verblassten Träumen und nicht unterzukriegenden Sehnsüchten gefügt. Mit großem Witz und großer Gelassenheit.

Garrison Keilor mit den Johnson Sisters in "Robert Altman's Last Radio Show"

FrankZ
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