Sophie Charlotte Rieger / filmloewin.de   |    Monday, der 30. July 2018

Sophie Charlotte Rieger von filmloewin.de empfiehlt vier emanzipatorisch wertvolle Filme, verfügbar auf realeyz.de :

Take this Waltz
Margot befindet sich in einer Übergangsphase. Mit allem ist sie nur halb zufrieden. Das trifft auf ihre Ehe mit Lou (Seth Rogen) ebenso zu wie auf ihren Beruf. Als die melancholische Frau ihren attraktiven Nachbarn Daniel (Luke Kirby) kennenlernt, entdeckt sie in diesem verbotenen Flirt einen Ausweg aus der Mittelmäßigkeit.
Ich muss gestehen, dass ich sowohl währenddessen als auch nach dem Film immer wieder ein wenig sauer auf Regisseurin Sarah Polley war. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, Margot würde sich hier von einem attraktiven jungen Mann um den Finger wickeln lassen. Dann aber nimmt die Geschichte eine Wende und das Verhältnis der beiden beginnt sich umzudrehen.
Sarah Polley hat einen Film geschaffen, den ich mir immer und immer wieder ansehen möchte, um ihn mit all seinen Bedeutungen zu durchdringen und statt einer kurzen Kritik ein ganzes Buch darüber zu schreiben.

Die ganze Rezension findest du unter: https://www.filmloewin.de/filmkritik-take-this-waltz/

Something Necessary

Anne (Susan Wanjiru) hat durch die Ausschreitungen nach den Wahlen 2007 in Kenia alles verloren. Ihr Ehemann ist tot, der Sohn liegt im Koma und die Farm in Schutt und Asche. Wie kann sie in dieser Lage die Kraft und Motivation aufbringen, neu anzufangen? Und was heißt das überhaupt?
Es ist an Anne, die unheilvollen Ereignisse zu akzeptieren, egal wie schmerzhaft die Erinnerung und egal wie hart der Verlust. Sie muss aus ihrem selbst gewählten Gefängnis ausbrechen und wieder nach vorne anstatt zurück blicken. Der emanzipatorische Akt besteht hier nicht in der Sturheit, sich gegen ein patriarchales System durchzusetzen, sondern in der Fähigkeit, Hilfe anzunehmen und die eigenen Gefühle zu akzeptieren.
Aber trotz [einiger] dramaturgischen Schwächen kann Something Necessary berührend und mit seiner allgemeingültigen Botschaft überzeugen.

Die ganze Rezension findest du unter: https://www.filmloewin.de/something-necessary-the-art-of-losing/
Den Film findest du unter: https://stream.realeyz.de/media/something-necessary/1_mmq7t8x5

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God is not Working on Sundays!

Ruanda: die Situation der Überlebenden des Genozids ist noch immer desaströs. In den 100 Tagen, die der systematische Völkermord andauerte, wurden zwischen 250.000 und 500.00 Frauen* vergewaltigt – eine Zahl, die sich unserem Vorstellungsvermögen völlig entzieht. Viele der Betroffenen starben, viele infizierten sich mit HIV und viele gebaren Kinder. Diese sogenannten Täterkinder wie auch ihre Mütter sind bis heute gesellschaftlich geächtet. Da die Täterkinder auf väterlicher Seite Hutu-Wurzeln haben, steht ihnen keine Unterstützung der staatlichen Opferhilfe zu. Ihre Mütter fühlen sich oft nicht in der Lage, ihre Kinder zu lieben, da sie eine lebendige Retraumatisierung darstellen. Gleichzeitig sind die Überlebenden dem Druck der Regierung ausgesetzt, ihren Peinigern zu vergeben. Aber kann eine staatliche verordnete Aussöhnung funktionieren?
Das Faszinierende aber an Goldsteins Film ist, dass die Frauen* trotz der für uns schier unaushaltbaren Schilderungen und haarsträubenden Szenen erzwungener Vergebung niemals als Opfer erscheinen.
Statt ihr Publikum zu Tränen zu rühren, erschafft die Regisseurin Respekt und Bewunderung für Frauen, die mit den furchtbarsten Traumata leben und dennoch proaktiv in die Zukunft schauen.

Die ganze Rezension findest du unter: https://www.filmloewin.de/ifff-2016-god-is-not-working-on-sunday/
Den Film findest du unter: https://stream.realeyz.de/media/god-is-not-working-on-sunday/0_fta4qpup

Jackie
Die holländische Produktion Jackie – Wer braucht schon eine Mutter?, die sich zunächst so nahtlos in den Road Movie Kanon einzufügen scheint, nur um den Genrekonventionen schließlich den staubigen Mittelfinger zu zeigen, [ist erfrischend].
Weil Leihmutter Jackie (Holly Hunter) in Folge eines Unfalls auf familiäre Hilfe angewiesen ist und in ihrer US-amerikanischen Heimat über keinerlei Bezugspersonen verfügt, müssen Sofie und Daan aus Europa anreisen, um die ihnen bis dato vollkommen unbekannte Frau* zu unterstützen.
Jackie – Wer braucht schon eine Mutter? ist ein Film von Frauen* über Frauen*. Dabei war ursprünglich Bill Murray für die Rolle des amerikanischen Elternteils vorgesehen. An vielen Stellen ist diese Idee einer männlichen* Hauptfigur noch spürbar, denn Jackie ist in der Tat eine sehr untypische Frau*, die in ihrer abenteuerlustigen Selbstständigkeit tatsächlich ein wenig an Indiana Jones erinnert.

Die ganze Rezension findest du unter: https://www.filmloewin.de/jackie-wer-braucht-schon-eine-mutter/
Den Film findest du unter: https://stream.realeyz.de/media/jackie/1_7l92kt5f

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