Oliver Armknecht / film-rezensionen.de   |    Monday, der 14. May 2018

Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes gehen heute in die zweite Woche (sehr lesenswert: der diesjährige Überblick auf film-rezensionen.de), nach wie vor begleitet von einem Aufreger, der für realeyz.de spannend ist: Ein großer Streaming-Anbieter boykottiert das Festival. Denn der der künstlerische Leiter der Filmfestspiele von 2017 stellte Film und Internet als zwei sich ausschließende Gegensätze dar. Dass dieser Gegensatz eigentlich leicht aufgelöst werden kann, muss kaum eigens begründet werden – eine Auswahl an Filmen, die auf Cannes für Furore gesorgt haben, und auf realeyz.de online sind, spricht für sich. Grund genug, ein Schlaglicht auf drei Kritiken von Oliver Armknecht von film-rezensionen.de zu werfen:

 

Only God Forgives
Ist Only God Forgives so furchtbar, wie manche sagen? Oder doch ein Meisterwerk, so die Meinung von anderen. Das hängt vermutlich davon ab, was man denn nun an Drive gut fand. Wer ihn als einen ernst gemeinten, coolen und stylischen Actionfilm empfand, stößt beim Folgefilm schnell an seine Grenzen, wird sich durch die deutlich satirischen Züge vielleicht sogar verspottet fühlen. Umso mehr, weil Ryan Gosling in beiden Filmen die Hauptrolle übernahm, aus dem souveränen Stuntfahrer hier jedoch ein gestörtes Muttersöhnchen wurde. Wer Refn jedoch für seine audiovisuelle Umsetzung bewunderte, der wird hier mehr als genügend Bestätigung für dessen Talent finden. An vielen Stellen sind die Bilder so großartig, die formale Ausarbeitung so außergewöhnlich, dass man mit offenem Mund davor sitzt.
Die ganze Rezension findest du unter: https://www.film-rezensionen.de/2013/12/only-god-forgives/

Tore Tanzt
Doch der Cannes-Beitrag und Debütfilm der Hamburger Regisseurin Katrin Gebbe ist nicht allein Parabel auf moderne Sklaverei und gewaltfreien Widerstand. Fast noch interessanter ist, welche extreme Wirkung eine derart radikale Passivität und Sanftmut auf andere Menschen ausübt. […] „Na, wo ist dein Gott jetzt?“, wird Tore zum Ende gefragt. Die Antwort darauf und auf die vielen anderen Fragen, die hier aufgeworfen werden, die muss jeder für sich selbst finden. Damit wird das Kinodebüt von Regisseurin Katrin Gebbe sicher viele Zuschauer überfordern. Aber genau dieses Unbequeme, das Einfordern einer Reaktion vom Publikum macht Tore tanzt so sehenswert, vergleichbar kompromisslos und mutig geht es im deutschen Kino schließlich nur selten zu.
Die ganze Rezension auf: https://www.film-rezensionen.de/2013/11/tore-tanzt/

Missverstanden

Argento? Wer diesen Namen hört, denkt vermutlich zunächst an Dario Argento, jenen legendären Mitbegründer des Giallo-Genres. Doch während die Filme des italienischen Regisseurs und Drehbuchautors vor allem für ihre grausigen Morde in Erinnerung blieben, widmet sich seine Tochter Asia in ihrer dritten Regiearbeit dem Horror im Alltag zu. Auch wenn es nie zum Äußersten kommt, körperliche Gewalt oder sexueller Missbrauch kein Thema sind, räumt Missverstanden doch mit der oft idealisierten Vorstellung einer Patchwork-Familie auf und zeigt die Schattenseiten einer nicht zusammengewachsenen Gemeinschaft auf: Neid und Missgunst zwischen den Halbgeschwistern, Vernachlässigung durch die Eltern oder auch Bevorzugung, der Kampf um Anerkennung, unerwiderte Liebe und vor allem eben Unverständnis – die französisch-italienische Produktion lässt keine Facette eines schwierigen Heranwachsens aus.
Die ganze Rezension findest du unter https://www.film-rezensionen.de/2015/01/missverstanden/

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