Schleichendes Gift: DIE AKTE ALUMINIUM

     |    Monday, der 24. March 2014

Es ist leicht, es ist praktisch, es ist modern: Aluminium. Das Leichtmetall, das seinen Siegeszug in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts antrat, ist heutzutage als Produktionsstoff allgegenwärtig. Lebensmittel werden darin verpackt, und Mama, Oma und Co. wickeln Butterbrote für ihre Schutzbefohlenen wie selbstverständlich in die berühmte Alufolie ein. Doch ist Aluminium wirklich so harmlos, wie die Aluminium-Lobby uns weismachen will? Auch in Medikamenten (etwa gegen Sodbrennen), Kosmetik, Zahnpasta und Deos kommt es vor. Dass Aluminium womöglich Krebs, Alzheimer und Allergien auslösen kann, darauf machte vor zwei Jahren bereits die Doku von Bert Ehgartner, DIE AKTE ALUMINIUM (hier auf realeyz.tv zu sehen), aufmerksam.
Vor allem vor aluminiumhaltigen Deos wurde gewarnt, die im Verdacht standen, Brustkrebs mit verursachen zu können. In der Öffentlichkeit wurden solcherlei Bedenken zwar aufgegriffen, aber angesichts der ungenügenden Forschungslage bald wieder als nicht beweisbar verworfen. Doch nun schlägt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), eine durchaus seriöse Einrichtung, Alarm. Es hat aluminiumhaltige Deos unter die Lupe genommen und ist dabei zu beunruhigenden Ergebnissen gekommen. Bereits die einmalige Verwendung eines solcher Deos pro Woche überschreitet, wenn man auch die handelsüblichen, gering aluminiumbelasteten Nahrungsmittel einnimmt, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) empfohlene Aufnahmemenge.
Zwar hält auch das BfR die wissenschaftliche Lage derzeit für nicht ausreichend, verweist aber darauf, dass Aluminium für das Nervensystem, die Knochenentwicklung und die Fruchtbarkeit schädlich ist, eine Einschätzung, welche die Doku DIE AKTE ALUMINIUM anhand von etlichen weltweiten Beispielen ausführt. So verweist der Film darauf, dass Aluminium, auch wenn von der Haut aufgenommen, eine normale Zelle in eine Krebszelle umwandeln und zum Wandern (und damit zur Metastasenbildung) bringen kann. Auch wie der Abbau von Aluminium-Erzen wie Bauxit nachhaltig Umwelt und Menschen schadet, demonstriert er eindringlich. Aluminium ist in Lehm, Ton oder Granit enthalten, und so wird auch Bauxit beispielsweise aus dem Boden des lateinamerikanischen Regenwaldes abgebaut. Jährlich holzt man allein in Brasilien dafür eine Fläche von 250 Fußballfeldern (ein Fußballfeld entspricht 7140 Quadratmetern) ab – zum Schaden der dortigen Flora und Fauna.
Doch vor allem der menschlichen Gesundheit schadet die Gewinnung und Herstellung von Aluminium. Eine brasilianische Aluminium-Fabrik verschmutzt nicht nur das Flusswasser, was vor allem für die indigene Bevölkerung eine Katastrophe ist. Auch Hautverbrennungen, Knochen- und Muskelschädigungen sind die Folge. Ein notdürftig eingerichtetes Rotschlammbecken birgt des weiteren die Gefahr, dass das Aluminium in das Grundwasser eindringt. Bereits 2010 kam es in Ungarn zu einer riesigen Umweltkatastrophe mit dem toxischen Rotschlamm, als ein Damm brach, der Schlamm ungefiltert in einen Fluss gelangte und als reißender Strom Dörfer verwüstete. Einige Menschen starben, andere haben bis heute an erheblichen gesundheitlichen Folgeschäden zu leiden.
Der Aluminium-Lobby, welche die Folgen ihres Produkts kleinzureden versucht, wird wohl nur langfristig beizukommen sein. Doch im alltäglichen Leben können Verbraucher bereits Prophylaxe betreiben: Beim Kauf von Kosmetik, Zahnpasta oder den Deos müssen sie das Kleingedruckte nach Aluminiumsalzen absuchen. Auch lateinische Wortzusammensetzungen wie „Potassium Alum“ oder „Ammonium Alum“ sind Indikatoren, dass Aluminium in den Produkten enthalten sind. Ein Drittel der Deos – man kann sie ohne weiteres in den gängigen Drogerien erstehen – erhalten keine solche Salze. Zwar sind sie nicht so effektiv wie die aluminiumhaltigen Anti-Transpirants, aber auf Dauer wahrscheinlich gesünder.
Kira Taszman

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