Rette sich, wer kann!

     |    Tuesday, der 3. December 2013

1990-frankenhooker-poster1Ein Sturm zieht auf und bringt nicht nur heftigen Wind und Regen über Los Angeles. Der Tornado saugt auch eine Unmenge von blutrünstigen Haien aus dem Ozean und lässt sie auf das Land regnen. Bald sind die Raubfische überall: auf Balkonen, in Tunneln und in Pools. Sie schwimmen durch Häuser und gehen auf Straßen und in Abwasserrohren auf Jagd. Ein heldenhafter Barbesitzer stemmt sich am Ende mit einer Kettensäge und selbstgebastelten Bomben gegen die apokalyptische Katastrophe. Das kann doch nicht war sein?! Richtig. Es ist nur ein Film. Er heißt „Sharknado“ und ist eine Billigproduktion, die man mit guten Gründen als Trash bezeichnen könnte.

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Filme dieser Kategorie gibt es auch auf realeyz.tv in der Rubrik „Good Trash“. Wie zum Beispiel „Megapython vs. Gatoroid“, „Frankenhooker“ oder „Alien Armageddon- Spaceship Troopers“. Diese Perlen des Kinos können für lange Winterabende durchaus das Richtige sein, wenn man dieses Genre zu würdigen weiß. Die Frankfurter Allgemeine berichtete, dass bei der Erstausstrahlung von „Sharknado“ beim amerikanischen Kabelsender Syfy die wenigen Zuschauer fassungslos über das Werk waren und sich per Twitter über den Film lustig gemacht hätten. Rund fünftausend Tweets mit dem Hashtag #Sharknado seien im Laufe des Abends pro Minute gesendet worden. Auf Google sei „Sharknado“ der meistgesuchte Begriff des Tages gewesen. Selbst Prominente wie Mia Farrow hätten sich an der Diskussion im Netz beteiligt. Über Nacht ist der Trash-Film mit nur achtzehn Tagen Drehzeit weltweit ein Begriff geworden. Offensichtlich war bei Millionen Filmfans die Neugier geweckt worden: auf eine irre Story, auf hölzern agierende Schauspieler und auf billige Spezialeffekte.

Die Frankfurter Allgemeine meint, „Sharknado“ sein kein versehentlicher Unfug, sondern absichtlich übersteigerter Irrsinn mit ironischen Untertönen. Der Surferheld im Film heiße Fin (übersetzt: Flosse) und die Reporterin aus dem Nachrichtenfernsehen würde dem Publikum vor der nächsten Katastrophenankündigung stets eitel ihren Namen buchstabieren. Die Produzenten hätten gewusst, was sie da machen würden. Anders womöglich als der Regisseur des RTL-Katastrophenfilms „Helden“, der diesen als ernsthaften Film verstanden wissen wollte. Als sich Kritiker und Zuschauer über die haarsträubende Handlung und die flachen Dialoge lustig machten, reagierte er beleidigt. Die Einschaltquoten seines Filmes waren nicht so gut . Aber auf Twitter wurde „Helden“ ein Riesenhit.

Frank Zilm

FrankZ