Feuer frei!

     |    Tuesday, der 12. November 2013

Wenn man einem Beitrag der Sueddeutschen Zeitung Glauben schenken darf, macht die Emanzipation des weiblichen Teils der Bevölkerung in den USA in einem wichtigen Bereich beträchtliche Fortschritte.

Der Besitz von Schusswaffen sei bisher vor allem ein Symbol amerikanischer Männlichkeit gewesen. Pistolen und Gewehre mit ihrem kalten, harten Stahl hätten traditionell ja einen maskulinen Look. Kleinen Jungs würde man Spielzeugpistolen schenken, kleinen Mädchen dagegen nicht. Es seien eher männliche Rapper, die mit ihren Knarren posieren, Sängerinnen eher weniger. Doch da ändere sich etwas…

Nach einer 2011 durchgeführten Umfrage Gallup-Institutes besitzen inzwischen 23 Prozent aller Amerikanerinnen eine eigene Waffe, noch 2005 waren es gerade mal 13 Prozent. Die Hersteller von Schusswaffen haben amerikanische Frauen als lukrative Zielgruppe entdeckt.

Dass immer öfter Frauen mit Waffen in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung geraten, ist unter anderem prominenten Frauen wie Sarah Palin zu verdanken. Die Vizepräsidentschaftskandidatin und Tea-Party-Ikone posierte auf einem Cover von Newsweek mit einem Gewehr über der Schulter und zeigt sich auch sonst gern mit Waffen.

Die Waffenlobby NRA bemüht sich sichtlich um die neue Clientel und organisiert Exkursionen nur für Frauen, bietet für sie auch einen eigenen Videokanal an. Zahlreiche Blogs beschäftigten sich mit dem Thema, wie etwa „The Well Armed Woman“, der Frauen Tipps für den Kauf der perfekten Waffe gibt oder auch „Girl’s Guide to Guns„, nach eigenen Angaben eine Mischung aus Vogue und Waffenfachblatt.

Für die Waffenindustrie sind die Frauen eine lukrative neue Zielgruppe, die in einem relativ gesättigten Markt Wachstumspotenzial verspricht. Und dieses will die Branche ausbeuten. Einmal im Jahr treffen sich Waffennarren zur größten Branchenmesse Shot Show in Las Vegas. Fast die Hälfte der Aussteller haben mittlerweile Angebote für Frauen, wie zum Beispiel Pistolen mit pinken Griffen und Gewehre mit pinken Läufen oder T-Shirts mit pinkem Camouflage-Muster. Eine Tarnfarbenhose hat neben den Halterungen für einen Revolver eine extra Tasche für Lippenstifte. Es gibt auch Schmuck in Patronenform.

Ein weiteres lustiges Accessoire wurde ebenfalls speziell für Frauen entwickelt: ein Büstenhalter, der kleinen Kanonen Platz bietet. Eine Halterung lässt sich zwischen die BH-Körbchen montieren, darin wird die Pistole einfach eingehakt. Man braucht mindestens Körbchengröße C, dann ist die Waffe nicht mehr zu sehen. Die Halterung heißt „Flashbang“, man fasst sich von unten unters T-Shirt und kann die Waffe schnell hervorziehen.

Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass sich Hollywoods Film-Ausstatter solcherlei Gimmicks entgehen lassen. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass „Flashbang“ bald seinen Auftritt auf der großen Kinoleinwand haben wird!

 

FrankZ