Licht und Schatten- die Retrospektive der Berlinale 2014

     |    Tuesday, der 28. January 2014

Berlin. Die Sinfonie der Großstadt
Die diesjährige Retrospektive der Berlinale hat das Licht im Film zu ihrem Thema gemacht. Das ist elementar, möchte man meinen: ohne Licht und Schatten gibt es keinen Film. Schon gar nicht so einen großartigen, wie „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ von Walther Ruttmann, der 1927 in Berlin seine Uraufführung hatte. Der Fokus der Retrospektive der Berlinale ist auf die Zeitspanne von 1915 bis 1950 gerichtet und auf „…Beleuchtungsstile aus ausgewählten Genres und Dekaden der Filmgeschichte in Japan, den USA und Europa“.

Sono yo no tsuma

Was etwas akademisch anmutet, ist aber nichts weniger als eine Auswahl von Meisterwerken, die man nur selten im Kino zu sehen bekommt, wie zum Beispiel „Sono yo no tsuma“ des japanischen Filmregisseurs Yasujirō Ozu oder „Ugetsu monogatari“ von Kenji Mizoguchi. Beeinflusst vom Expressionismus der 1920er Jahre, von klassischer Hollywood-Lichtführung haben die japanischen Bildkünstler des Films eine einzigartige expressive Lichtgestaltung entwickelt. Die Protagonisten des japanischen Kinos jener Zeit waren fasziniert von der Ästhetik eines F.W. Murnau und haben Josef von Sternbergs magische Schattenwelten in „The Docks of New York“ (USA 1928) und „Shanghai Express“(USA 1932) bewundert.

Panzerkreuzer Potemkin

Die Retrospektive umfasst rund 40 Stumm- und Tonfilme, darunter aktuelle Restaurierungen, wie Fred Niblos „The Mark of Zorro“ (USA 1920) und „The Iron Mask“ (USA 1929) von Allan Dwan. Auf realeyz.tv gibt es in der Rubrik Klassiker einige Filme, die nicht zuletzt durch das magische Spiel von Licht und Schatten zu Meisterwerken wurden und in die Retrospektive der Berlinale gepasst hätten. Meine Empfehlung: Sergej Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ oder Jean-Luc Godards „Alphaville – Lemmy Caution gegen Alpha 60“.

Eddie Constantine in "Alphaville - Lemmy Caution gegen Alpha 60"

FrankZ.
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