Kampagne für Saubere Kleidung: Aktion in Berlin für Entschädigung von Fabrikbrandopfer

     |    Friday, der 23. October 2015  |     9

Feuerrote Velo-Taxis machen mobil für Brandopfer von Ali Enterprises

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Am 28. und am 30. Oktober rollen feuerrote Velo-Taxis mit der Aufschrift „In einer Kik-Jeansfabrik verbrannten hunderte Menschen – Make Kik Pay“ durch Berlin. Mit der Aktion erhöhen INKOTA, die Kampagne für Saubere Kleidung und internationale Partner den Druck auf den Textildiscounter Kik, der sich seit mehr als zwei Jahren weigert, die Opfer des Fabrikbrandes von Ali Enterprises in Pakistan in 2012 angemessen zu entschädigen. Ali Enterprises stellt Kleidung für europäische Einzelhandsketten her, darunter Kik. Bei dem Brand kamen 254 Arbeiter ums leben. Die verschlossenen Türen und vergitterten Fenster verhinderten die Flucht aus dem flammenden Gebäude.

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Ali Enterprises in Karachi, Pakistan. Reposted von deepikascorner.wordpress.com

„Wir gehen erneut an die Öffentlichkeit, damit Kik an den Verhandlungstisch zurückkehrt und der eingegangenen Verpflichtung nachkommt.“, erklärt Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. „Also werden wir den Druck jetzt erhöhen und die Öffentlichkeit über das verantwortungslose Handeln des Discounters informieren.“ Neben INKOTA und der Kampagne für Saubere Kleidung stehen das pakistanische Institute of Labour Education and Research (PILAR) und die internationalen Gewerkschaftsverbände IndustriALL und UNI hinter der Aktion.

Die Strategie hatte bereits Erfolg: Nach der Katastrophe von Ali Enterprises am 11.September 2012 hatte Kik auf öffentlichen Druck hin ein rechtsverbindliches Memorandum of Unterstanding (MoU) unterzeichnet und eine Million US-Dollar Soforthilfe an die Opfer und ihre Familien geleistet. Die ebenso vereinbarten langfristigen Schadensersatzzahlungen an die Opfer ist Kik aber immer noch nicht nachgekommen.
Das hat dramatische Konsequenzen für die Hinterbliebenen. Rifit Bibi verlor ihren Ehemann Muhammad Asghar Khan und muss nun vier kleine Kinder alleine ernähren. Die bescheidene Rente von PKR 5.000 (etwa 47 Dollar), reicht nicht aus, um genug Lebensmittel für die Kinder zu kaufen. „Seit dem Tod meines Mannes führen wir ein erbärmliches Leben.“

Am 28. und am 30. Oktober werden deshalb mehrere feuerrote Velo-Taxis Kik-Filialen in Berlin ansteuern, um die Öffentlichkeit zu informieren und zur Unterzeichnung einer Petition an Kik zu bewegen. Auch vor dem Kanzleramt und dem Bundestag werden die mit lodernden Flammen versehenen Protest-Taxis Halt machen: „Dieser Fall macht deutlich, dass in Sachen Sorgfaltspflicht von Unternehmen bestehende Lücken geschlossen werden müssen. Das ist Aufgabe der Bundregierung“, so Berndt Hinzmann. Dazu gehören ein unabhängiges und gut funktionierendes Beschwerde- und Klageverfahren für Opfer und die Reformierung der Nationalen Kontaktstelle der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. „Aber auch der Ausbau des Ordnungswidrigkeiten- und Haftungsrechts mit Blick auf strafbares Verhalten im Unternehmensbereich ist entscheidend“.

Protestaktion hier unterstützen: bit.ly/KiK-ZahlJetzt

Termine der Aktion in Berlin:

28. Oktober 2015, 13.00 Uhr/ Aktion KiK-Filiale ­ Grunerstraße 7, 10179 Berlin
30. Oktober 2015, 11.00 Uhr/ Aktion zwischen Kanzleramt, Bundestag und Reichstag

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