Interview mit Thodoris Vournas über das Crowdfunding seines neuen Films „The Collector“

    |    Monday, der 5. February 2018

Regisseur Thodoris Vournas befindet sich gerade mitten in den Vorbereitungen seines neuen Kurzfilms „The Collector“.

Im Zentrum der Handlung steht der Serienmörder Alexis, der seine Opfer tötet, um sich ihre Wesenszüge und Fähigkeiten anzueignen. Lernt er einen Menschen kennen, den er spannend findet, absorbiert er seinen Charakter und tötet ihn…Mit anderen Worten wird er ein besserer Mensch- Stück für Stück mit jedem weiteren Mord!

Angelos, ein aufstrebender Autor, ist besessen von Alexis und seinen grausamen Verbrechen. Er versucht, die Persönlichkeit des Mörders zu analysieren um die perfekte Geschichte zu schreiben!

„The Collector“ wird der siebte Kurzfilm von Thodoris Vournas, die Besetzung besteht aus Katerina Vaimaki, Dimitris Liakopoulos, Michalis Economou, Nephele Papaderos und Chris Raney.

Die Produktion finanziert sich über Crowdfunding- wer die Arbeit der jungen Filmschaffenden unterstützen möchte kann das über PayPal tun, an thodoris.vournas@gmail.com. Weitere Informationen hierzu gibt es auf der offiziellen Seite des Films auf Facebook.

Thodoris, wie würdest du deinen neuen Film in fünf Worten beschreiben?

Eine alternative Methode zur Selbstverbesserung!

Wie entstand die Grundidee?

„The Collector“ basiert auf einer Geschichte, von der mir Katerina Weimaki vor etwa zwei Jahren zum ersten Mal berichtete. Zu dieser Zeit entwickelten wir gerade einige andere Projekte und sie begann mir zu erzählen, dass sie an einer vielversprechenden Idee dran ist. Eines Tages bekam dieses Projekt dann auch einen Namen und wurde mir mit den Worten vorgestellt: „ … sie werden es lieben, mehr als alles, was wir bisher gemacht haben und wir können unsere eigenen Fantasien einbringen … “ Und ich begann, diese Vorstellung zu mögen! Katerina wollte eine Geschichte über all die Merkmale erzählen, die wir täglich an anderen Menschen in unserem Umfeld wahrnehmen und wie wir versuchen, diese zu adaptieren. Außerdem wollten wir einen Stoff entwickeln, der auf unseren Schauspieler Dimitris Liakopoulos als Helden zugeschnitten ist- wir hatten bereits in der Vergangenheit mit Dimitris zusammengearbeitet und es war einfach an der Zeit, etwas Neues zu starten!

Ein moderner Alptraum, ein moralisch erniedrigter Antiheld, der mit seiner eigenen Persönlichkeit ringt? Oder ein psychologisch erotischer Thriller? Was können wir erwarten?

Ich werde mich auf die moralische und strafrechtliche Schuldbarkeit konzentrieren. Kann es eine Absolution überhaupt geben? Unser Film möchte eine Welt zeigen, in der die Charaktere, selbst die morbidesten, die Besten sein wollen. Unser Fazit ist, dass wir von all den Menschen und Beziehungen, die wir in unserem Leben haben, etwas für uns selbst mitnehmen. Und der Weg des “Collectors” ist die Erkenntnis, dass es viele Möglichkeiten gibt, dies zu tun.

In welchem ​​Stadium befindet sich die Produktion momentan?

Aktuell machen wir die letzten Proben mit den Schauspielern. Wir haben die Schauplätze gefunden, an denen unsere Geschichte spielen wird und schon bald, Anfang Oktober, werden wir eine Runde drehen.

Attentäter, Sammler von Gegenständen und menschlichen Eigenschaften. Was inspirierte dich zu deinem Protagonisten?

Seine Bereitschaft, die bestmögliche Version von sich selbst zu werden. Er hat ein Ziel vor Augen und ist darauf fokussiert, an allen Menschen in seiner Umgebung die besten Eigenschaften zu analysieren.

Dimitris Liakopoulos, Michalis Economou, Nefeli Papatherou, Christos Kapenis: alles junge und talentierte Newcomer. Welche ihrer Eigenschaften haben dich überzeugt?

Auf jeden Fall ihr schauspielerisches Talent! Ihr Interesse, ihre Erfahrung und ganz grundlegend: wie positiv sie auf unsere Ideen und unser Drehbuch reagiert haben.

Für die Drehbücher deiner Filme hast du mit verschiedenen Autoren zusammengearbeitet, nie aber hast du sie selbst verfasst. Glaubst du an die strikte Rollenteilung zwischen Regisseur und Drehbuchautor?

Ich glaube nicht, dass das eine Regel ist, die ich strikt befolge. Es hat damit zu tun, was am besten für jeden Regisseur funktioniert, wann immer er völlig frei ist in seiner Arbeit. Für mich ist es sehr praktisch, mit einem Drehbuchautor zu arbeiten, ich mag dieses Geben und Nehmen. Um Gedanken, Ideen und Meinungen auszutauschen kann man sich gegenseitige Visionen zeigen, Eindrücke sammeln und erneut versuchen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Wie funktioniert deine zweite Zusammenarbeit mit Katerina Weimaki?

Mit Katerina habe ich bereits 2012 einen Kurzfilm produziert, „The Other Bank“. In den folgenden Jahren haben wir einige Ideen entwickelt und ich habe das Gefühl, dass „The Collector“ die erste von vielen ist, die wir davon umsetzen. Wir arbeiten Hand-in-Hand und sie ist wunderbar in der Lage, mir ihre Visionen darzulegen. Dank Katerinas Arbeit habe ich bereits bei unserer ersten Zusammenarbeit festgestellt, dass ich in der Position des Regisseurs eindeutig am besten aufgehoben bin. Mit einer so wunderbaren Drehbuchautorin an der Seite zu arbeiten macht einfach unglaublich viel Spaß!

Deine Karriere setzt sich bisher aus Arbeiten sowohl für das Kino als auch für das Theater zusammen. Hat deine Inszenierung “Manöver” in diesem Jahr im Theater 104, mit Chris Raney, Alexander Ntavri, George Koskorello und Alexandra Hasani, zu einer gemeinsamen Basis zur Arbeit an “The Collector” beigetragen?

Ein Großteil meiner Arbeit in den letzten Jahren war mit Charakteren verbunden, die auf der Suche nach dem besten und vollständigsten Selbst sind, die sich mit den Hindernissen oder den Themen beschäftigen, die sie definieren. Das sind die Geschichten, die mich im Kino und im Theater gleichermaßen interessieren.

Wie schwierig ist es für dich als Filmemacher, “The Collector” fertigzustellen?

Es ist eine Herausforderung. Aber wenn der Stoff eine eigene Magie entwickelt kann man daraus wunderbare Energie ziehen, die Arbeit zu perfektionieren!

Welches Ziel verfolgst du mit der Crowdfunding Kampagne?

Insbesondere wollen wir das Geld für die Postproduktion verwenden, damit wir das bestmögliche Ergebnis erzielen können, mit den Partnern, die wir uns wünschen.

Geld für einen Kurzfilm zu sammeln- ist das auch eine Art Test, ob ein ähnliches Vorgehen auch für einen zukünftigen Langfilm funktionieren würde?

In der Vergangenheit haben wir gute Erfahrungen mit langfristigen Kampagnen gemacht, diesmal ist es etwas direkter und diskreter. Wir haben auf uns aufmerksam gemacht, gesagt, dass es uns gibt und was wir vorhaben. Mithilfe des Crowdfundings können wir das Endergebnis verbessern und nehmen es als Unterstützung für die Szenerie, die wir kreieren möchten. Wir laden jeden herzlich ein uns zu unterstützen und Teil dieses Projektes zu werden!

Dieser Artikel wurde erstmals am 14.09.2017 auf cinepivates.gr veröffentlicht, einem wunderbar vielseitigen blog über griechisches und internationales Kino. Wir danken sehr für die Erlaubnis, diesen lesenswerten Text veröffentlichen zu dürfen.