|    Tuesday, der 24. April 2018

Anlässlich des HFBK-Kollektivfilms „Dazu den Satan zwingen“ auf dem Kongress „Zukunft Deutsches Kino“ beim Lichter Filmfest Frankfurt führt Robert Bramkamp ein Gespräch mit Laurence A. Rickels („The Case of California“, „Germany. A Science Fiction“) auf Deutsch, über „Kollektive Erzähler“ als Antwort auf die Doktrin der „Genreklarheit“, auf die sich die ARD-Programmdirektoren vor 16 Jahren einigten. Die Folge dieser „Genreklarheit“, die etwas polemisch mit einer „Gleichschaltung“ verglichen werden kann, ist eine „Zeit ohne Gespenster“, in der es nur noch positive, „unambivalente“ Hauptfiguren und klare Konfliktlinien gibt – etwas das in Zeiten von Erfolgsserien wie zum Beispiel „Game of Thrones“, die von der Ambivalenz und Ambiguität leben, geradezu rückwärtsgewandt erscheint.

Stattdessen entstehen im „Feld der Gattungsmischung“, in dem sich zwei oder mehr Realitäten wechselseitig affizieren, wie jüngst in „Transit“ von Christian Petzold, neue Räume und Möglichkeiten. Laurence Rickels nennt die vielen Realitäten, die in „Art Girls“ oder „Prüfstand 7“ von Robert Bramkamp in Kontakt treten „B-Picture Introjects“.

Diese schaffen Spannungen durch das testweise kombinieren und öffnen einen Raum für ein selbstbewusstes Ausprobieren. Besonders hervorzuheben ist hier die Gattung „Cyberpunk“, die in den 1980er Jahren entstanden ist. Dabei geht es auch um die Frage der psychischen Realitäten. Welche neuen Auswege aus verfestigter Melancholie oder latenter Psychopathie sind möglich? Was ist die „digitale Relation“? Was erzählt die Medienkunst von Susanne Weirich, die in „Art Girls“ eine besondere Rolle spielt, und wie trifft sich das mit den Herausforderungen für „kollektive Erzähler“. Rickels, Weirich und Bramkamp haben sich anhand des Films „Neue Natur“ auf einem Panel im ZKM Karlsruhe 2015 an die Themen dieses Interviews herangearbeitet. (60 Min.).

 

 

Das vermutlich erste Panel mit Rickels im Netz auf Deutsch. Was ist der Unterschied zwischen modernem, polyphonem Spielfilm wie „Art Girls“ von Robert Bramkamp und narrativer Medienkunst wie „Angels in Chains“ von Susanne Weirich? Ist der Film „Neue Natur“ in dem beides zusammenkommt ironisch? Ist die Kunst der Ernstfall?
Moderiert von Andreas Beitin, dem Leiter des ZKM Museum für neue Kunst. Auf dem Panel diskutieren der Medientheoretiker Laurence Rickels, die Künstlerin Susanne Weirich und der Filmregisseur Robert Bramkamp. Das Panel bezieht sich als Hintergrundmaterial auf die Videolecture 15 -1 „Filmdistribution“ der Serie „Innovative Filme Machen“ von Prof. Robert Bramkamp (HFBK-Hamburg). Das begleitende online Gitbook vernetzt die Inhalte im WIKI „offensiv experimentell“ mit den Texten zahlreicher AutorInnen von Michaela Ott bis Georg Seeßlen.

 

 

In der Lecture „Making A Wish“ auf Englisch über „Art Girls“ von Robert Bramkamp, klassifiziert der Medientheoretiker Laurence A. Rickels den Film als „Allegorie allen Schaffens als Erschaffung eines Wunsches“. Der „Buckle Up!“ Keynote-Vortrag wurde auf dem HFBK Hamburg Kongress „Offensiv Experimentell“ im Dezember 2013 gehalten und in einer modifizieren und erweiterten Form im ZKM Februar 2015 noch einmal vorgestellt.