Blue Moon-Hader gibt nicht auf!

    |    Wednesday, der 22. October 2014

Blue_Moon_BlogWenn Josef Hader auf der Bildfläche erscheint, ist vom ersten Moment an klar: der Mann hat schon manches hinter sich. Hallo, wie geht´s? Geht so, muss ja.  Der Typ ist unüberhörbar Österreicher, ein Grantler, aber witzig. Harte Schale, guter Kern. Immer verlässlich Hader. Man ist sofort an seiner Seite. In was er wo auch immer hinein gerät.

In BLUE MOON ist er Johnny Pichler, ein Geldbote, der an einen übelgelaunten, osteuropäischem Mafiosi gerät. Doch ehe Schlimmes passiert, wird dieser vom platinblonden Callgirl Shirley außer Gefecht gesetzt. Ehe es Pichler sich versieht, ist er mit der geheimnisvollen Schönheit in Richtung Osten auf der Flucht. Er ist sichtlich von ihr fasziniert und auch sie scheint sich für ihn zu interessieren, doch ehe ihre Romanze in Gang kommt, ist Shirley plötzlich verschwunden. Verzweifelt reist ihr Johnny hinterher.  An seine Fersen heftet sich der (Über-)Lebenskünstler Ignaz, der ihn an seinem Erfahrungsschatz freigiebig teihaben lässt-nicht immer zum Vorteil von Pichler.

Blue Moon_04_verkleinertShirleys Spur führt ihn in die Ukraine nach Lviv, wo er auf Jana trifft, Shirleys Zwillingsschwester. Jana ist genauso schön wie Shirley, ihr ziemlich (!) ähnlich und scheint einige Geheimnisse zu haben. Es kommt, wie es kommen muss: Pichler verliebt sich in die selbstbewusste Taxifahrerin, die noch über weitere Einnahmequellen zu verfügen scheint. Als sie für ein paar Tage verschwindet, nimmt Pichler die Verfolgung auf. Seine Odyssee ist in Lviv längst noch nicht zuende, führt ihn nach Dnjepropetrowsk, Kiew und schließ­lich nach Odessa, zum großen Finale.

Blue Moon_06_verkleinertDank der tollen Besetzung – Shirley/Jana (Viktoria Malektorovych!), Pichler (Josef Hader), Ignaz (Detlef Buck)- ist BLUE MOON ein unterhaltsames Roadmovie, eine sehenswerte Liebesgeschichte und nicht zuletzt eine spannende Zeitreise. Der überraschende, fast zufällige Wechsel der Handlungsorte in Andea Maria Dusls Debütfilm hat zehn Jahre nach Entstehung des Films nichts an Reiz eingebüßt. Im Gegenteil. BLUE MOON führt durch ein schönes, seltsames Land, das in der jüngeren Vergangenheit heftige Verwerfungen erlebt hat und immer noch erlebt. Auf den Straßen, auf denen Pichler, Jana und Ignaz im Film unterwegs sind, wurde geschossen, sind jüngst Panzer gerollt. Die Menschen, die den drei Helden über den Weg laufen, sind manchmal grob, meistens unverstellt echt, manchmal strahlend schön und oft verletzlich. Wenn sie ins Bild kommen, hat der mitunter fast dokumentarisch anmutende Indie-Film seine großen, berührenden Momente.

FrankZ

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